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15.11.2016, 16:11 Uhr
Sportpolitische Sprechertagung der CDU/CSU-Landtagsfraktionen in Köln
Kölner Erklärung verfasst
Anlässlich der sechsten sportpolitischen Sprechertagung am 14. und 15. November 2016 im Sportinternat des 1.FC Köln wurde die folgende "Kölner Erklärung" verfasst:
Um auch zukünftig herausragende Resultate bei internationalen Wettkämpfen zu erzielen, erfordert dies eine moderne Sportförderung und -infrastruktur. Sportliche Erfolge motivieren zu eigenen sportlichen Aktivitäten und können gesellschaftliche Dimensionen entfalten. Sie sind für das Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger, für die Identifikation mit dem eigenen Land und in der Außenwirkung gegenüber anderen Staaten wichtig. Sportliche Erfolge fördern das Gemeinschaftsgefühl und dienen auf diesem Weg auch der Integration. Durch die angestrebte Reform des Leistungssports und der Spitzensportförderung können die Grundlagen für notwendige sportliche Erfolge verbessert werden. Die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der CDU/CSU-Landtagsfraktionen bekennen sich klar zum Leistungsgedanken: Besonders herausragende und engagierte Sportlerinnen und Sportler müssen auf ihrem Weg an die Spitze optimal gefördert werden. Dazu gehört auch die bessere und angemessenere Bezahlung für die hauptberuflichen Trainerinnen und Trainer. Die Reform weist in die richtige Richtung und muss als ein Teilbereich der gesamten Sportförderung gesehen werden. Um im internationalen Wettbewerb um Platzierungen und Medaillen langfristig erfolgreich zu sein, müssen die Strukturen effizienter gestaltet und deutlich stärker in den Spitzensport investiert werden. Diese Zielerreichung ist nur durch eine Erhöhung und stärkere Konzentration des Finanzeinsatzes möglich. In den letzten Jahren sind die Erfolge deutscher Athletinnen und Athleten bei bedeutenden Sportwettbewerben leider immer weiter zurückgegangen. Andere Länder holen beim Spitzensport weiter auf, der internationale Konkurrenzdruck steigt weiter an. Wichtig ist es daher, eine wirkungsvolle Steuerung und effizientes Management sportartübergreifend zu etablieren. Medaillenpotenziale können gesteigert werden, wenn stärker die Athleten in den Mittelpunkt gestellt werden. Es ist zu begrüßen, dass die Reform des Leistungssports und der Spitzensportförderung sich zukünftig mehr an den Perspektiven von Athleten richten soll. Das aktuell vorgelegte Konzept zur Neuausrichtung der Spitzensportförderung wird grundsätzlich unterstützt und weist in die richtige Richtung. Durch das angestrebte Modell wird eine höhere Effizienz durch eine Konzentration der Förderstruktur erzielt. Die geplante höhere Objektivität durch eine klare Definition der Leistungsmerkmale und größere Transparenz bei der Mittelvergabe ist zu begrüßen. Bei dem vorliegenden „Eckpunktepapier zur Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung“ weisen die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher auf folgende Aspekte hin: - Bei der Förderung muss die internationale Konkurrenzsituation sowie die Berücksichtigung der weltweiten Dopingbekämpfung Beachtung finden. - Das angedachte Berechnungsmodell PotAS (Potenzialanalysesystem), das als Grundlage für eine Klassifizierung in Fördercluster der von den Spitzenverbänden vertretenen Sportarten und Disziplinen dient, sollte im Vorfeld simuliert werden (wie bei den Olympischen Wintersportverbänden), um tatsächliche Folgen der Reform absehen zu können. - Eine Basisförderung Olympischer Spitzenverbände sollte erwogen werden, um eine Rückkehr bzw. einen Anschluss zeitweilig nicht erfolgreicher Sportarten an die Weltspitze zu ermöglichen. - Die bürokratischen Kosten sollten ermittelt und in Relation zur Fördersumme gestellt werden, damit die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt. - Das wissenschaftliche Verbundsystem mit den zentralen Organisationen BISp/IAT/FES sollte ausgebaut werden, um nationale Kompetenzzentren (neben der Förderung der sportwissenschaftlichen Grundlagenforschung an Universitäten) analog zu anderen Konzentrationen zu bilden. - Die Einrichtung einer unabhängigen Athletenvertretung sollte kraftvoll unterstützt werden, um die Sportler mit ihren Anliegen tatsächlich in den Fokus zu rücken. - Die angedachte Reduktion der Kaderstrukturen sowie die Konzentration der OSPs und Bundesstützpunkte sollten nachhaltig und sozialverträglich gestaltet werden. - Durch die Konzentration der Bundesstützpunkte darf es keine Auswirkungen auf die Nachwuchsförderung der Landesstützpunkte geben. - Die Kaderkriterien sollten sich am Weltmaßstab orientieren. Um aber auch die Attraktivität des Spitzensports zu erhalten, muss die nationale und internationale Bekämpfung von Doping, Korruption und Spielmanipulation konsequent fortgesetzt werden. Der weltweite Anti-Doping-Kampf darf keine Unterschiede aufweisen. Die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher sind gegen jede Form von Doping, Korruption und Manipulation. Dies darf im Sport keine Rolle spielen. Die erfolgreiche Bekämpfung muss zum Erhalt der sportlichen Grundwerte gewährleistet sein.
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